Der Insassek

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  • ISBN: 978-3426281536
  • Mein Rating: 7/10

Max Berkhoff verschwindet spurlos auf dem kurzen Weg zu einer Nachbarin. Kurze Zeit später wird Guido Tramnitz verhaftet, der schliesslich die Entführung und Tötung von zwei Kindern gesteht. Aufgrund seiner Vorgehensweise und weil er zum Tatzeitpunkt in der Umgebung gesehen wurde, geht die Polizei davon aus, dass er auch Max entführt und getötet hat. Doch Tramnitz schweigt diesbezüglich. Und wird schliesslich im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt untergebracht. Um Gewissheit über das Schicksal von Max zu bekommen, beschliesst Till Berkhoff, selbst ein Insasse dieser Anstalt zu werden...

Der Insasse ist spannend geschrieben, und hat mit der psychiatrischen Anstalt einen interessanten Hauptschauplatz. Die Geschichte selbst fand ich zu konstruiert und unrealistisch. Jedoch gelang es dem Autor, mich mit dem Ende zu überraschen. Mit solch einem Ende hatte ich nicht gerechnet. Wobei ich rückblickend das Gefühl habe, dass die Geschichte aufgrund des gewählten Endes den einen oder anderen logischen Fehler aufweist.

Zitate aus dem Buch

Doch all diese Worte fanden den Weg nicht mehr aus ihrem Mund, da Myriam eine Axt direkt zwischen die Augen gefahren war.

Das Kraftpaket sah kurz nach hinten zu seinem Wagen. Darin sass ein rothaariges Gerippe, das sich gerade die Schlauchbootlippen schminkte.

"Hoffentlich haben Mithäftlinge dem Schwein die Scheisse aus dem Leib geprügelt."

Seit Max verschwunden war, glich ein Tag dem anderen. Aufstehen. An Max denken. Anziehen. An Max denken. Verzweifeln. An Max denken. Ausziehen. An Max denken. Hinlegen. An Max denken. Verzweifeln. Nicht einschlafen können. An Max denken. Aufstehen.

[...] da man in Deutschland in einem Rechtsstaat lebte, war bereits die Androhung von Folter strafbar. Selbst einem Monster gegenüber. Es gab nichts, was man tun konnte, um diese Bestie zum Reden zu bringen.

"Ich will und muss es dir ein letztes Mal gesagt haben: Sollte dir was passieren, in deiner Zelle, auf dem Hof, unter der Dusche oder auch nur im Behandlungszimmer, kann dir vor Ort keiner helfen. Für die Ärzte, Pfleger und Schwestern bist du ein ganz normaler Irrer."

Dank seiner bescheuerten Idee war er jetzt ein Gesunder, eingesperrt unter Geisteskranken, von denen mindestens einer seinen Tod wollte.

"Deine Angst. Sie stinkt schlimmer als Rentnerdünnschiss in einer aufgeplatzten Erwachsenenwindel."

Das Einzige, woran es keinen Zweifel geben konnte, war seine Lage: Er hatte sich selbst in ein Gefängnis hineinmanövriert, aus dem es kein Entkommen gab. Und in dem er dem Personal umso wahnsinniger erschien, je hartnäckiger er auf der Wahrheit beharrte. Das Ergebnis war eindeutig: Till befand sich in einer auswegslosen Situation.