1Q84

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  • Buch auf Amazon
  • ISBN: 978-3832195878
  • Mein Rating: 3/10

1Q84 erzählt abwechslungsweise aus dem Leben von Aomame, einer Fitnesstrainerin und Mörderin, und Tengo, einem Lehrer und Schriftsteller, und wie sie in eine Parallelwelt namens "1Q84" gelangen.

1Q84 ist eigentlich eine Trilogie. Das Buch, welches ich gelesen habe, enthält die ersten beiden Teile. Der dritte Teil ist ein separates Buch. Eine seltsame Aufteilung, da jeder Teil rund 500 Seiten umfasst und daher jeweils ein Buch für sich wäre...

Mich hat das Buch enttäuscht. Zwar gefiel mir der Schreibstil des Autors und auch den Start des Buches fand ich gelungen, doch je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr driftet es in Richtung Fantasy ab, ein Genre, welches mir nicht zusagt. Als störend empfand ich ausserdem, dass sich der Autor dauernd wiederholt.

Zitate aus dem Buch

Buch 1 – April bis Juni

Einer der wohl wichtigsten Lehrsätze, den die Geschichte für die Menschheit bereithält, lautet: "Damals wusste noch niemand, was vor uns lag."

Aomame – "grüne Erbse" – war tatsächlich ihr richtiger Name.

Sobald ihr Name im Wartezimmer beim Arzt oder in einem Amt aufgerufen wurde, hoben die Leute die Köpfe und starrten sie an. Wie sah wohl jemand aus, der "grüne Erbse" hiess?

Ehe sie nach Hause zurückkehrte, um zu schlafen, musste sie ihre angespannten Nerven mit einem Drink beruhigen. Immerhin hatte sie gerade einen Mann ins Jenseits befördert. Er war zwar eine Ratte, die sich nicht beschweren konnte, wenn sie ermordet wurde, aber ein Mensch blieb doch ein Mensch.

Aomame lächelte höflich. Weisst du, dachte sie, deine Arbeit interessiert mich ungefähr so viel wie Taubendreck.

"Sie sind normal intelligent und haben über fünfzig Jahre gelebt, üben einen respektablen Beruf aus, besitzen sogar eine Yacht und können nicht beurteilen, ob ihr Penis im allgemeinen Weltdurchschnitt gross oder klein ist?"

"Jedenfalls", sagte seine Freundin, "kann man froh sein, wenn man zur Mehrheit derer gehört, die andere ausschliesst, statt zu den wenigen, die ausgeschlossen werden. Man kann sich wirklich glücklich schätzen, nicht an ihrer Stelle zu sein."

"Kein Mensch auf dieser Welt ist unersetzlich. Ganz gleich, wie viel Wissen und Macht er besitzt, irgendwo gibt es immer einen Nachfolger. Wäre die Welt voller unersetzlicher Menschen, wären wir in grossen Schwierigkeiten."

"Sein Motto lautet 'Alles hat zwei Seiten'", sagte Tengo. "'Eine gute und eine, die gar nicht so schlecht ist.'"

Vermutlich gab es nur wenige Menschen, die es zu einer solchen Meisterschaft darin gebracht hatten, einem Mann in die Hoden zu treten, wie Aomame.

Wenn er seinen Vater ansah, konnte er nicht begreifen, dass die Gene eines so engstirnigen und unkultivierten Mannes biologisch zumindest eine Hälfte seiner Existenz ausmachten.

Schon bemerkenswert: Eine Frau, die bisher drei Männer getötet hatte, und eine Polizistin legten sich zusammen in ein Bett.

Der Hund war erst fünf oder sechs Jahre alt gewesen. "Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, sah sie ganz gesund aus." - "Sie ist auch nicht an einer Krankheit gestorben", sagte Tamaru tonlos. "Sie wurde in den Morgenstunden zerfetzt." - "Zerfetzt?" - "Ihre Innereien lagen überall verstreut, als hätte man sie in die Luft gesprengt. In alle vier Himmelsrichtungen. Ich musste die Fleischfetzen einzeln mit Küchenpapier einsammeln. Der Leichnam sah aus, als wäre das Innerste nach aussen gekehrt worden. Als hätte jemand eine starke Miniaturbombe in den Bauch des Hundes gelegt."

"Wie hervorragend ein Mensch auch ist, seine Fähigkeiten haben doch Grenzen."

"Wenn man in einem abstürzenden Flugzeug sitzt, nützt Anschnallen auch nichts mehr, Herr Komatsu." - "Aber es beruhigt."

"Die Gegenwart entsteht durch die Anhäufung von Vergangenheit."

Buch 2 – Juli bis September

Ein Kranz aus drahtartigen pechschwarzen Haaren hing ihm lang und zerzaust über die Ohren. Von circa achtundneunzig Prozent aller Menschen wären diese Haare aufgrund ihrer Beschaffenheit wahrscheinlich für Schamhaar gehalten worden.

"Zeit und Freiheit sind die wichtigsten Dinge, die ein Mensch sich mit Geld kaufen kann."

"Seine Geburt kann man sich nicht aussuchen, seinen Tod schon."

"Es ist gar nicht so einfach für einen Menschen, sein Leben zu beenden. Im Film sehen Selbstmorde immer so kurz und schmerzlos aus. Die Leute fallen um und sind tot. Aber in der Realität ist das etwas anderes. Wenn es nicht klappt, liegst du da und machst zehn Jahre lang ins Bett."

Einmal am Tag stellte sie sich vor den Spiegel im Badezimmer und steckte sich die geladene Pistole in den Mund. Während sie die Härte des Metalls an ihren Zähnen spürte, stellte sie sich vor, abzudrücken.

Schon von weitem wirkte er wie der Inbegriff schlechter Nachrichten.

"Sie wissen es wahrscheinlich: Ich bin in der Absicht gekommen, sie umzubringen. Ein Mensch wie sie darf nicht leben. Ich hatte vor, sie unter allen Umständen vom Angesicht dieser Erde zu tilgen. Doch jetzt habe ich diese Absicht nicht mehr. Sie leiden fürchterliche Schmerzen, und ich weiss das. Von mir aus können sie jetzt unter Qualen elendiglich zugrunde gehen. Es liegt nicht in meinem Interesse, ihnen den Tod zu erleichtern.

"Im Leben gibt es meist mehr Fragen als Antworten."

Obwohl Ayumi eine Familie und Kollegen gehabt hatte, war sie einsam gewesen.

[...] bisher war immer etwas von ihm erwartet und verlangt worden. Dadurch war sein Leben ausgefüllt und geschäftig gewesen. Aber nachdem all diese Forderungen und Erwartungen plötzlich wegfielen, blieb nichts übrig, das der Rede wert gewesen wäre. Tengo hatte kein Ziel im Leben. Und keinen einzigen Freund. Er blieb in einer Art Flaute stecken und konnte sich auf nichts mehr richtig konzentrieren.